Alle Beiträge von Thomas Preuß

„ICH WÜNSCHE MIR, DASS UNSERE PATENSCHAFT EIN LEBEN LANG HÄLT!“

Mike Hemmersbach ist das erste Patenkind des Kölner Kreidekreises, das Mitglied im Verein wird. Er ist 28 Jahre alt und seit sechs Jahren mit seinem Paten verbunden. In dieser Zeit haben die beiden viele gemeinsame Erlebnisse gesammelt und eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut. Im Interview erzählt Mike, was ihm die Patenschaft bedeutet und warum er auch anderen Kindern und Jugendlichen Mut machen möchte, diesen Schritt zu wagen.

Mike, wie würdest du dich jemandem vorstellen, der dich noch nicht kennt?

Ich bin Mike Hemmersbach und wohne in Köln. In meiner Freizeit fahre ich gerne mit der Bahn in andere Städte, gehe schwimmen oder spazieren und mache Cheerleading. Ein großes Hobby von mir sind Ton- und Video-Aufnahmen von den Bahnfahrten.

Vor sechs Jahren hast du deinen Paten kennengelernt. Erinnerst du dich noch an eure erste Begegnung?

Ja, klar. Thomas kam damals in meine Wohngruppe und hat sich vorgestellt. Ich fand ihn direkt sympathisch.

Was habt ihr in all der Zeit gemeinsam erlebt?

Oh, so viel, dass ich Stunden bräuchte, um alles aufzuzählen. Besonders wichtig ist mir, dass er eine Vertrauensperson für mich ist. Am Anfang in der Corona-Zeit sind wir viel spazieren gegangen. Mit der Zeit haben wir dann viele Ausflüge und Kurzurlaube gemacht, zum Beispiel nach Berlin, Karlsruhe, Bad Rappenau, Wiesbaden, Österreich, Hamburg und Lübeck – alles sehr schöne Erlebnisse, an die ich gerne zurückdenke. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft viel miteinander unternehmen und vielleicht wieder gemeinsam Urlaub machen können.

Was macht ihr heute zusammen?

Schwimmen gehen, spazieren, reden, zusammen essen. Kürzlich waren wir im Phantasialand, der Kreidekreis hatte dafür noch Gutscheine vom LVR übrig. Leider war das Wetter nicht so toll, aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Was glaubst du, warum funktioniert eure Patenschaft so gut?

Ich glaube, weil wir uns sehr gut verstehen und praktisch auf einer Wellenlänge sind. Das finde ich richtig gut.

Wie hast du den Kölner Kreidekreis kennengelernt?

Das war 2017. Damals wohnte ich noch in Rösrath. Meine damalige Bezugsbetreuerin fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, jemanden zu haben, mit dem ich regelmäßig etwas außerhalb der Wohngruppe unternehmen kann. Sie erzählte mir vom Kölner Kreidekreis, und so bin ich zu dem Verein gekommen.

Du bist jetzt das erste Patenkind, das selbst Vereinsmitglied geworden ist. Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet dir das?

Das ist mir sehr wichtig, weil ich auch andere dazu ermutigen möchte, eine Patenschaft möglich zu machen. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die einfach allein sind. Manche haben keine Familie, bei anderen schafft es die Familie aus unterschiedlichen Gründen nicht, regelmäßig Kontakt zu halten. Für diese Kinder kann eine Patenschaft sehr wertvoll sein.

Inzwischen bist du 28 Jahre alt und damit offiziell aus der Betreuung durch den Verein herausgewachsen. Eure Patenschaft besteht aber weiter. Wie fühlt sich dieser Schritt für dich an?

Ich sehe das positiv. Ich bin gespannt auf die neuen Herausforderungen und blicke optimistisch in die Zukunft. Das ist für mich das Wichtigste.

Was wünschst du dir für deine nächsten Jahre im Kölner Kreidekreis?

Ich wünsche mir, dass unsere Patenschaft weiterhin besteht. Außerdem möchte ich als Mitglied vielleicht auch ein paar Aufgaben im Verein übernehmen. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und bin gespannt, was sich daraus entwickelt.

Was möchtest du anderen potenziellen Patenkindern mit auf den Weg geben?

Mein Rat ist ganz klar: Einfach mal versuchen! Fragt eure Betreuer nach dem Kölner Kreidekreis und einer Patenschaft und schaut, ob es mit dem Paten oder der Patin klappt. Nur wenn man es versucht, kann man herausfinden, ob es funktioniert. Und wenn es nicht klappt, muss man eben weiterschauen, wer infrage kommt.

Bei mir war es ja auch so. Ich hatte zunächst einen anderen Paten, der sich nach einiger Zeit von mir distanziert hat. Ich habe dann immer wieder im Verein angerufen und nachgefragt, weil es mir wichtig war, einen Paten zu haben. Schließlich habe ich Thomas kennengelernt – und jetzt kennen wir uns schon seit sechs Jahren. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!

Vielen Dank, lieber Mike, für deine Zeit und das spannende Gespräch!

KÖLNER KREIDEKREIS FÜR PUBLIKUMSPREIS NOMINIERT – BITTE ABSTIMMEN

Voting beim Deutschen Engagementpreis läuft vom 1. bis 29. Oktober

September 2026. Das Patenschaftsprojekt des Kölner Kreidekreises e. V. aus Niederkassel-Rheidt ist für den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2026 nominiert. Der Preis macht zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland sichtbar und fungiert als Dachpreis ausschließlich für Projekte, die bereits mit einem anderen Engagementpreis ausgezeichnet wurden. Im Falle des Kölner Kreidekreises war das im Vorjahr der Ehrenamtspreis der Stadt Köln, „KölnEngagiert 2025“. „Wir finden diese Nominierung ganz großartig“, sagt Kreidekreis-Vorstand Thomas Preuß, „denn sie bedeutet, dass unsere Arbeit nicht nur hier im Köln-Bonner Raum, sondern deutschlandweit wahrgenommen wird!“

Der Kölner Kreidekreis betreut derzeit fast 70 Patenschaften zwischen ehrenamtlichen Erwachsenen und Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen, die in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe leben. Die Paten-Tandems treffen sich im Schnitt etwa alle zwei Wochen, und das zuverlässig über viele Jahre hinweg. „Unsere Patinnen und Paten, die sich ehrenamtlich engagieren, erwarten dafür keinen Applaus“, meint Preuß. „Umso mehr zählt es, wenn sich jemand die Zeit nimmt, ihnen über das Publikums-Voting Danke zu sagen. Jede Stimme zeigt ihnen, dass ihr Engagement gesehen wird!“

Der Deutsche Engagementpreis 2026 wird am 26. November in Berlin vergeben. Darunter sind Preise in fünf Kategorien, deren Träger von einer Jury ausgewählt werden, sowie der Publikumspreis. Über ein Online-Voting kann jeder deutschlandweit für seinen Favoriten abstimmen, und zwar vom 1. bis zum 29. Oktober. Knapp 500 Projekte und Personen kämpfen um die Gunst des Publikums. Die drei Initiativen mit den meisten Stimmen werden dann ebenfalls Ende November ausgezeichnet – verbunden mit Preisen in Höhe von 10.000, 7.500 und 5.000 Euro.

Hier geht es zur Abstimmung:

https://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis/nominierte/6695-koelner-kreidekreis-e-v

Zur Bestätigung der Stimme müsst Ihr Eure Handynummer eingeben und einen SMS-Code bestätigen! Dadurch wird verhindert, dass Leute mit derselben Telefonnummer mehrfach für dieselbe Sache abstimmen.

So funktioniert die Abstimmung (noch bis 29. Oktober):

Schritt 1: Den Link aufrufen und auf „Jetzt abstimmen“ klicken

Schritt 2: Telefonnummer eingeben und Code anfordern

Schritt 3: SMS-Code eingeben und Stimmabgabe bestätigen

Text zum Bild oben:

Durch den Gewinn des Ehrenamtspreises der Stadt Köln, KölnEngagiert 2025, wurde der Kölner Kreidekreis für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Noch bis zum 29. Oktober läuft die Online-Abstimmung für den Publikumspreis. Im Bild links Dr. Ralf Heinen für die Stadt Köln, neben ihm Ute Wiedemeyer, Harriet Gehring, Sabine Krieger und Thomas Preuß vom Kölner Kreidekreis (v. l.). (Bild: Peter Nierhoff)

POSTCODE LOTTERIE UNTERSTÜTZT KÖLNER KREIDEKREIS MIT 30.000 EURO

Niederkasseler Verein erhält Förderung für Patenschaften mit Heimkindern.

August 2026. Die Postcode Lotterie fördert das Projekt der Wegbegleiter-Patenschaften des Kölner Kreidekreises e. V. in Niederkassel-Rheidt mit 30.000 Euro. Das Geld fließt in die Anbahnung, Vermittlung und Begleitung ehrenamtlicher Patenschaften für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren, die in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe leben.

Dank der finanziellen Unterstützung kann der Verein zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die nur sehr wenig oder gar keinen Kontakt mehr zu ihrer Kernfamilie haben, ehrenamtliche Wegbegleiter-Paten und -Patinnen an die Seite stellen. „Damit bauen diese jungen Menschen, die dauerhaft in einer Wohngruppe leben, langfristige, verlässliche Beziehungen zu erwachsenen Personen außerhalb ihrer Einrichtung auf“, sagt Kreidekreis-Vorstand Thomas Preuß. „Das Besondere daran: Unsere ehrenamtlichen Patinnen und Paten kümmern sich nicht professionell um die Kinder und Jugendlichen, sondern sind aus rein altruistischen Motiven für sie da!“

Der Kölner Kreidekreis betreut derzeit über 60 Patenschaften mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einer Altersspanne von 5 bis 27 Jahren, wobei sich die Paten-Tandems im Schnitt etwa alle zwei Wochen treffen. „Die Mittel der Postcode Lotterie fließen jedoch ausschließlich in die Patenschaften mit Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren“, erklärt Preuß. „Die Arbeit mit der älteren Zielgruppe können wir aktuell über andere Fördermittel sicherstellen.“

Die Anbahnung und Begleitung der Patenschaften wird seit dem 1. August übrigens von nun vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen übernommen. Für die nachhaltige Finanzierung seiner Arbeit ist der Verein auf kontinuierliche Spenden und Fördergelder angewiesen.

Katja Diemer, Head of Charities bei der Postcode Lotterie, und Thomas Preuß zeigen sich dankbar, dass die Teilnehmer*innen der Postcode Lotterie in Nordrhein-Westfalen mit dem Kauf ihrer Lose den Kölner Kreidekreis unterstützen. Diemer ergänzt: „Gemeinsam mit dem Kreidekreis und zahlreichen weiteren Organisationen, die wir seit dem Start unserer Lotterie bereits unterstützt haben, setzen wir uns für Mensch und Natur und damit für eine bessere Welt ein. Für die Umsetzung seines Projekts wünschen wir dem Kölner Kreidekreis alles Gute und viel Erfolg.“


„VIER LECKERE KEKSE“ GEGEN „BUNTE TÜCHER“ UND „DIE WILDE ACHTERBAHN“

Kölner Kreidekreis feiert in Bergisch Gladbach sein Sommerfest mit rund 80 Gästen und Spiele-Olympiade.

Niederkassel, Juli 2026. Mit rund 80 Gästen hat der Kölner Kreidekreis Mitte Juli sein alljährliches Sommerfest in Bergisch Gladbach gefeiert. Der Verein aus Niederkassel vermittelt langfristige, verlässliche Patenschaften für Kinder und Jugendliche in Wohngruppen im Rheinland.

Höhepunkt des Nachmittags war eine Spiele-Olympiade für die Kinder und Jugendlichen, Patinnen und Paten sowie Betreuer*innen der Jugendhilfe. Sie traten in elf Teams in freundschaftlichen Wettbewerben gegeneinander an – unter kreativen Namen wie „Die vier leckeren Kekse“, „Die bunten Tücher“ oder „Die wilde Achterbahn“. Die Stationen reichten von Dosenwerfen und einem 24-Teile-Puzzle bis hin zu einem Guide-Me-Parcours mit Augenbinde. In der Füllstand-Challenge ging es darum, binnen zwei Minuten Wasser aus einem Eimer in einen anderen, entfernten Eimer zu transportieren; dabei beeindruckte das Gewinner-Team mit kaum für möglich gehaltenen fünf Litern.

Patin Stephie und ihr Patenschützling Cristina waren zum wiederholten Male dabei und schrieben ins Gästebuch: „Danke, dass es Euch gibt. Ihr macht nicht nur viele Kinder, sondern auch uns Patinnen glücklich!“ Angehende Patinnen, wie Hanne und Petra, zeigten Freude über das gemeinsame Erlebnis und lobten die starke Gemeinschaft des Kreidekreises: „Es macht Spaß, mit so vielen engagierten Menschen zusammen zu sein.“

Unterstützt wurde das Fest in diesem Jahr von zwei Kölner Service-Clubs: Vier junge Männer des Round Table 118 grillten Würstchen, Grillkäse und vegetarische Alternativen. Das Team um Präsident Fabian Taube meinte: „Wir freuen uns riesig, dass wir dabei sein und einen warmen Beitrag leisten konnten!“ Frauen des Rotaract-Clubs Köln um Präsidentin Doreen Heuer kümmerten sich um die Kreativ-Station, an der Kinder und Jugendliche flache Kieselsteine bunt bemalten.

Außerdem gab es eine Cocktail-Bar mit alkoholfreien Cocktails und am Ende Zuckerwatte für alle – hergestellt aus Bonbons mit Erdbeer-, Zitronen- oder Johannisbeer-Geschmack. Vorstand Thomas Preuß dankte allen Helferinnen und Helfern für ihr selbstloses Engagement.

WORKSHOPS ZU FINANZEN UND WOHNEN IN KÖLN UND KÖNIGSWINTER

Juli 2026. Mitte Juni und Anfang Juli haben wir in zwei Workshops über 30 Jugendliche, die bald ihre Wohngruppe verlassen müssen, zu den Themen Finanzen und Wohnen geschult. Einer fand im Engelshof in Porz statt und war offen für alle Wohngruppen, der zweite fand exklusiv für Bewohnerinnen und Bewohner des Probsthofs in Königswinter statt.

Die jungen Leute stehen vor der Gründung eines eigenen Haushalts und damit vor vielen Fragen: Was kostet das Leben, wenn man sich selbst um alles kümmern muss? Wofür muss oder sollte ich Geld ausgeben, wofür lieber nicht? Hierzu wurde in großer Runde eine „Budget-Challenge“ gespielt, bei der allen schnell klar wurde, dass gute Planung sehr wichtig ist. Man sollte nur kaufen, was man sich leisten kann, man muss sich über bestimmte Risiken klar werden und sie absichern (Stichwort Haftpflichtversicherung), und idealerweise sollte man ein paar Euro für ungeplante Notfälle ansparen. Auch wurde diskutiert, wie man noch – legal und schnell – an Geld kommen kann, wenn das Azubi-Gehalt nicht bis zum Monatsende reicht.

Workshop Finanzen und Wohnen für Careleaver in Königswinter
Budgetspiel beim Workshop Finanzen und Wohnen für Careleaver in Königswinter

Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen haben wir mit Unterrichtsmaterial der Verbraucherzentrale NRW erarbeitet; die Workshops konnten wir dank einer Förderung der Aktion Mensch kostenlos anbieten.

Brainstorming beim Workshop Finanzen und Wohnen: Woher kann ich noch Geld bekommen?
Brainstorming beim Workshop Finanzen und Wohnen: Woher kann ich noch Geld bekommen?

In Königswinter hatten wir etwas mehr Zeit, die Inhalte zum Thema Wohnen zu vertiefen: Wie finde ich eine Wohnung? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Mieter? Was steht im Mietvertrag, was ist der Unterschied zwischen Kalt- und Warmmiete, warum will der Vermieter eine Kaution sehen? Wie sollte man zur Wohnungsbesichtigung erscheinen und was gehört in eine Bewerbermappe, wenn man sich für eine Wohnung interessiert?

Für 2027 planen wir weitere Workshops, die Termine stehen noch nicht fest. Wer für die Jugendlichen seiner Wohngruppe Bedarf sieht, richte gern per E-Mail eine Anfrage an unseren Vorstand Thomas Preuß.

„DIE WAHRNEHMUNGEN DER PATINNEN UND PATEN SIND WICHTIG FÜR UNS“

Seit bald 20 Jahren kooperiert der Kölner Kreidekreis mit dem Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Bergisch Gladbach. Elvira Killat ist dort als Erziehungsleitung tätig und gibt einen Einblick in die Zusammenarbeit.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit zwischen den Patinnen und Paten des Kölner Kreidekreises und Ihren Wohngruppen-Teams?

Elvira Killat: Die Patinnen und Paten sind zuverlässig, sie halten die Absprachen ein, agieren sehr sensibel und fühlen das Tempo des Kindes. Sie sind sehr bemüht um einen guten Austausch und um eine reflektierte Zusammenarbeit mit den Pädagoginnen und Pädagogen. Wir spüren, dass sie auf ihre Aufgabe gut vorbereitet wurden.

Zum Beispiel gab es einmal ein Patenkind, das eine Zeitlang emotional sehr beansprucht war: Immer wieder folgten auf gute Phasen die Tiefen, die Patin wurde zum Teil weggestoßen oder mit Vorwürfen überschüttet. Die Patin blieb im Austausch mit den Pädagoginnen und Pädagogen, und sie blieb an der Seite des Kindes. Mittlerweile wohnt das Kind in einer anderen Einrichtung, sogar in einer anderen Stadt. Die Patin ist weiter an seiner Seite und geht auch diesen Weg mit. Inzwischen kann das Patenkind das auch wieder gut annehmen.

Während der ganzen Zeit hat sich die Patin gegenüber allen Akteuren nicht anmerken lassen, wie herausfordernd die Begleitung war, sie begegnete dem Kind immer wieder mit Geduld und Vertrauen – mithilfe der Pädagoginnen und Pädagogen und mit Hilfe der Beratungsangebote des Kölner Kreidekreises war das möglich.

Generell erleben wir, dass die Patinnen und Paten in Krisenzeiten sehr unterstützend agieren. Sie nehmen zum Teil auch an Krisengesprächen teil, telefonisch, via Videokonferenz oder in Präsenz. Ihre Wahrnehmungen sind wichtig für uns, und wir sind dankbar für den Austausch.

Welche Veränderungen sehen Sie bei den Kindern und Jugendlichen?

Die Kinder und Jugendlichen sind sehr stolz, sie sind glücklich, eine Patin oder einen Paten an der Seite zu haben. Die besondere gemeinsame Zeit wird sehr wertgeschätzt. Es ist ein bisschen so, als wären die Patenschaften wie eine Insel, auf die sich die Patenkinder zurückziehen können, wenn der Alltag um sie herum herausfordernd wird.

Die Verlässlichkeit der Patenschaft ist eine wichtige Konstante für die Kinder und Jugendlichen. Sie hilft den emotional belasteten jungen Menschen, sich in ihren Aufs und Abs nicht völlig zu verlieren. Diese Kontinuität bleibt auch erhalten, wenn Bezugspädagoginnen und Bezugspädagogen einmal wechseln oder das Patenkind in eine andere Gruppe umzieht. Das ist eine wertvolle Erfahrung und ein wichtiges Signal. Und über die Jahre ist dieses Grundvertrauen so sehr gewachsen, dass es die jungen Menschen befähigt, ihr Leben später eigenständig und selbstbestimmt zu bewältigen.

Welche Herausforderungen gibt es in der Begleitung?

Gute Kommunikation ist elementar – und genauso wichtig ist der manchmal notwendige Perspektivwechsel, denn natürlich kann es zu unterschiedlichen Sichtweisen von Erziehern und Erzieherinnen auf der einen sowie Patinnen und Paten auf der anderen Seite kommen. Es ist menschlich, dass Meinungen darüber, was für einen jungen Menschen gut ist, auseinanderklaffen. Wenn es dann gelingt, dass die Situation aus einer anderen Sichtweise betrachtet werden kann, hilft das sehr. Da haben die Patinnen und Paten, aber auch unsere Kolleginnen und Kollegen schon viel voneinander lernen können.

Die Patenschaften beginnen oftmals vor dem Hintergrund, dass die Kinder und Jugendlichen keinen Kontakt zu ihrer Kernfamilie haben. Es kommt dennoch vor, dass sich das im Laufe der Patenschaft ändert und leibliche Eltern oder auch andere Verwandte den Kontakt zum Kind wieder suchen. In solchen Situationen kann es gerade bei den Patinnen und Paten zu Rollenkonflikten kommen, was für die Patenkinder eine herausfordernde Situation darstellt. Und diese herausfordernden Situationen erfordern dann natürlich eine sensible Begleitung.

Welche Chancen ergeben sich aus der Patenschaft für das Kind oder den Jugendlichen?

Bei allen größeren Veränderungen in der Biografie der jungen Menschen ist die konstante Wegbegleiterpatenschaft ausgesprochen wertvoll. Besonders bemerkbar macht sich das während des Übergangs in die Selbstständigkeit, wenn die jungen Erwachsenen die Wohngruppe in der Einrichtung verlassen und ihren Alltag allein meistern müssen. Junge Erwachsene mit einem Paten oder einer Patin können wesentlich besser mit dieser Situation umgehen – sie sind nicht auf sich allein gestellt. Es gibt jemanden, der proaktiv auf sie zukommt und danach fragt, wie es ihnen geht und sie auch in ihrem neuen Leben unterstützt.

Wir erleben, dass die Kinder gerade bei den früh begonnenen Patenschaften grundsätzlich selbstbewusster, resilienter sind. Das ist eine gute Basis für das Erwachsenwerden. Die Kinder und Jugendlichen haben einen Vertrauensmenschen an ihrer Seite, der sie stärkt, und dieser eine Vertrauensmensch macht einen Unterschied!

Das Gespräch führte Ute Wiedemeyer, Geschäftsführerin des Kölner Kreidekreises. Es ist 2026 als Teil des Fachbeitrags „Ehrenamtliche Wegbegleiterpatenschaften: Der Kölner Kreidekreis lässt kein Kind allein“ im Buch „Hochintensive Betreuungen und systemisch herausgeforderte Hilfesettings – zwischen Notwendigkeit, Überforderung und Verantwortung“ (Hrsg. Björn Hagen) in der Reihe „Theorie und Praxis der Jugendhilfe“ des Evangelischen Erziehungsverbandes e. V. (erev) erschienen.

BENEFIZKONZERT AN DER SIEGFÄHRE ANFANG JUNI

Am 6. Juni wird der Mondorfer Malermeister und Musiker Thomas Klemstein ein weiteres Benefizkonzert zu unseren Gunsten geben. Das Konzert findet im Rahmer der 100-Jahres-Feier der Siegfähre statt.

Die Personenfähre Siegfähre und das Restaurant Siegfähre liegen südöstlich von Troisdorf-Bergheim an der Sieg, etwa zwei Kilometer vor der Mündung in den Rhein, unterhalb der Landstraße L269.

Vom 4. bis 7. Juni feiert die Siegfähre ein Jahrhundert Geschichte – mit einem Bühnenprogramm und Livemusik. Thomas Klemstein, der den Kölner Kreidekreis bereits im März mit zwei Benefizkonzerten in Niederkassel-Mondorf unterstützt hatte, spielt an dem Samstag, 6. Juni, voraussichtlich ab 18 Uhr. Auf dem Programm werden wieder viele Klassiker der Pop- und Rockgeschichte sowie Lieder zum Mitsingen stehen, von BAP bis zu den Bläck Fööss.

ENDLICH AUF EIGENEN BEINEN: KOSTENLOSER WORKSHOP ZU FINANZEN UND WOHNEN AM 19. JUNI IN KÖLN

Jugendliche und Careleaver, die bald ihre Wohngruppe verlassen müssen oder vor kurzem verlassen haben, stehen wie alle jungen Leute bei der Gründung eines eigenen Haushalts vor vielen Fragen: Was kostet das Leben, wenn man sich selbst um alles kümmern muss? Wofür muss oder sollte ich Geld ausgeben, wofür lieber nicht? Was passiert, wenn ich Rechnungen nicht bezahle? Wie funktioniert ein Girokonto und wieso wird es auf einmal so teuer, wenn ich ins Minus komme? Und wenn mein Azubi-Gehalt nicht bis zum Monatsende reicht: Wie kann ich noch – legal und schnell – an Geld kommen?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen in diesem Workshop zu Finanzen, Haushalts- und Budgetplanung, den wir auf der Grundlage von Unterrichtsmaterial der Verbraucherzentrale NRW durchführen und dank einer Förderung der Aktion Mensch kostenlos anbieten können.

Je nach Dynamik vertiefen wir die Inhalte zum Thema Wohnen: Wie finde ich eine Wohnung? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Mieter? Was steht im Mietvertrag, was ist eine Kaution, was der Unterschied zwischen Kalt- und Warmmiete? Wo kann ich Wohngeld beantragen? Darf ich laute Partys in meiner Wohnung feiern und was passiert, wenn ich etwas kaputtmache?

Workshop Finanzen und Wohnen:

WANN: Freitag, 19. Juni 2026, 15.00 bis circa 18 Uhr. Inklusive Pizzaessen ist gegen 18.30 Uhr Schluss

WO: Bürgerzentrum Engelshof, Oberstraße 96, 51149 Köln (Porz-Westhoven)

ZIELGRUPPE: Careleaver im Alter von 16-27 Jahren

DAS SOLLTEST DU MITBRINGEN: Interesse, gute Laune, Deutschkenntnisse

VERPFLEGUNG: Am Ende gibt es Pizza, Pasta, Döner und Salat. Getränke stehen auch bereit.

Anmeldung bitte mit vollem Namen, Alter und Schulbildung bis zum 5. Juni 2026 per E-Mail an Thomas Preuß. Rückfragen ebenfalls per Mail oder telefonisch unter 0163 68 71 357.

ZWEI ABENDE VOLLER MUSIK, GÄNSEHAUT UND GEMEINSCHAFT

Der Malermeister Thomas Klemstein erspielt mit Benefizkonzerten in Mondorf 1200 Euro für den Kölner Kreidekreis

Niederkassel, März 2026. Zwei besondere Konzertabende in der Kneipe Op de Eck in Niederkassel-Mondorf standen ganz im Zeichen der Musik und des guten Zwecks: Der Malermeister und Musiker Thomas Klemstein spielte an zwei aufeinanderfolgenden Freitagen im März Benefizkonzerte zugunsten des Kölner Kreidekreises e. V. und begeisterte sein Publikum. Der Verein hat seinen Sitz in Niederkassel-Rheidt und ist Träger der freien Jugendhilfe. Er vermittelt Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Wohngruppen im Rheinland leben, ehrenamtliche Patinnen und Paten, die ihnen langfristig zuverlässig zur Seite stehen.

Klemstein ist seit über 50 Jahren musikalisch aktiv und vielen durch seine Auftritte mit der Band Under Cover unplugged bekannt. Mit den beiden Konzerten erfüllte er sich einen langgehegten Wunsch: erstmals ein Soloprogramm auf die Bühne zu bringen. Dabei präsentierte der Musiker eine persönliche Auswahl von Songs, die er auch auf seiner YouTube-Seite veröffentlicht hat, darunter Klassiker von Udo Jürgens, Elton John, Billy Joel oder Supertramp.

Der Eintritt zu den Konzerten war bewusst frei; stattdessen bat Klemstein um Spenden für einen guten Zweck. Die Idee, den Kölner Kreidekreis zu unterstützen, kam über den Kontakt zu Sabine von Klitzing zustande, hauptamtliche Referentin für Patenschaften im Verein.

Die Resonanz war überwältigend: Am ersten Freitag fanden sich rund 80 Gäste ein, am zweiten Termin etwas weniger – der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. Viele Besucher sangen begeistert mit, unter anderem bei Liedern von BAP und den Bläck Fööss. Sabine von Klitzing beschrieb die Atmosphäre als „phänomenal, wie in einem Irish Pub – nur auf Deutsch“.

In den Konzertpausen stellten von Klitzing und Geschäftsführerin Ute Wiedemeyer die Arbeit des Kölner Kreidekreises vor und sammelten Spenden im Publikum. Mit großem Erfolg: An beiden Abenden kamen insgesamt über 1200 Euro zusammen. Auch der Wirt der Kneipe zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Abende. Aufgrund der positiven Resonanz denken alle Beteiligten bereits über eine Wiederholung im kommenden Jahr nach.

Die Benefizkonzerte haben eindrucksvoll gezeigt, wie Musik Menschen zusammenbringen und gleichzeitig Gutes bewirken kann – ein Gewinn für alle Teilnehmenden sowie insbesondere die Patenkinder des Kölner Kreidekreises.

Thomas Klemstein, sonst mit seiner Band Under Cover unplugged unterwegs, erfüllte sich mit den Solo-Konzerten in der Mondorfer Kneipe Op de Eck einen langgehegten Wunsch. Mit zwei Benefizkonzerten spielte der Musiker über 1200 Euro für den Kölner Kreidekreis ein.

KÖLNER KREIDEKREIS FEIERT 20-JÄHRIGES BESTEHEN

Jubiläumsempfang in Niederkassel-Uckendorf

Sein 20-jähriges Bestehen hat der Kölner Kreidekreis e. V. aus Niederkassel-Rheidt am 1. März mit einem großen Jubiläumsempfang in der Alten Schule Uckendorf gefeiert. Zum Auftakt brachte Sing Swing, der Frauenchor im Männer-Gesang-Verein (MGV) 1849 Rheidt, die über 80 Gäste mit einem Ständchen in Stimmung. Anschließend gratulierte Matthias Großgarten, Bürgermeister der Stadt Niederkassel, dem gemeinnützigen Verein zu seinem „ganz besonderen Jubiläum“. Er bedankte sich für „das Engagement, den sozialen Einsatz, die Menschlichkeit sowie das Schaffen einer guten Zukunft für viele Kinder“. Der Kölner Kreidekreis ist Träger der Freien Jugendhilfe und vermittelt Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Wohngruppen im Rheinland leben, ehrenamtliche Patinnen und Paten, die ihnen langfristig zuverlässig zur Seite stehen.

Matthias Großgarten, Bürgermeister der Stadt Niederkassel
Matthias Großgarten, Bürgermeister der Stadt Niederkassel, dankte dem Kölner Kreidekreis und seinen Patinnen und Paten für ihr soziales Engagement und ihre Menschlichkeit.

Video-Botschaft von Janine Kunze

In einer Video-Botschaft hob die Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze, seit kurzem neue Schirmherrin des Kölner Kreidekreises, die Leistung des Vereins und seiner zahlreichen Ehrenamtlichen hervor: „Die Patinnen und Paten zeigen den Kindern: Ich interessiere mich für dich. Du bist wichtig. Ich bleibe. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Diese Botschaft kann ein Leben verändern!“, betonte Kunze. „Ich danke euch von ganzem Herzen für euren Einsatz, für das, was ihr für diese Kinder tut. Nichts ist wichtiger, als Liebe zu geben und Liebe zu zeigen. Vielen, vielen Dank!“

Der Frauenchor Sing Swing sang zum Auftakt drei Lieder.

Podiumsdiskussion: Patin und Patenkind sind „eine Familie“

Es folgte eine Podiumsdiskussion, moderiert von Kreidekreis-Vorstand Dietmar Schnelle, in der die Wegbegleiter-Patin Corina Heger und die 25-jährige Tamara Welp aus ihrer langjährigen Patenschaft berichteten. „Wir sind inzwischen nicht mehr Patenkind und Patentante, sondern eher wie eine Familie“, befanden beide. Raimund Hamacher, Teamleiter einer interkulturellen Wohngruppe in Köln-Ostheim, ging auf die Vorteile einer Patenschaft für seine jungen Bewohner ein: „Die Begegnungen bedeuten unseren Jugendlichen sehr viel. Sie erleben in der Freizeit etwas, was andere nicht erleben. Sie haben jemanden außerhalb der Wohngruppe, den sie immer kontaktieren können“, sagte Hamacher. „Das gibt ihnen mehr Halt im Leben und eine Beziehungsperson, mit der sie künftige Herausforderungen im Leben gemeinsam meistern können.“

Vorstand Dietmar Schnelle (links) und Geschäftsführerin Ute Wiedemeyer (rechts) überreichten Vereinsgründerin Edeltraud Preuß zum Dank für ihr Wirken und ihre Inspiration einen Geschenkekorb.

Ehrung für Vereinsgründerin Edeltraud Preuß

Vorstand Thomas Preuß blickte kurz zurück auf die Gründung des Kölner Kreidekreises durch Edeltraud Preuß und ihre Familie im Jahr 2006 sowie einige historische Meilensteine, insbesondere auf die zuletzt zahlreicher gewordenen Ehrenamtspreise und das Wachstum des Vereins. Aktuell zählt der Kölner Kreidekreis über 170 Mitglieder und betreut mehr als 60 Patenschaften. Vorstände und Geschäftsführung dankten Edeltraud Preuß für ihren langjährigen Einsatz und ihre Inspiration, die so vielen jungen Menschen geholfen habe. Als Zeitstrahl mit kurzen Texten und Fotos aufbereitet, hingen wichtige Momente der letzten 20 Jahre als großes Banner an der Wand.

Den musikalischen Schlusspunkt des Programms setzten Lea Hüttemann an der Querflöte und Felix Reckers an der Gitarre, unter anderem mit einer Komposition von Maurice Ravel.

Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Kreidekreis-Vorstand Dietmar Schnelle (rechts). Wegbegleiter-Patin Corina Heger (links) und die 25-jährige Tamara Welp berichteten aus ihrer langjährigen Patenschaft, Raimund Hamacher erläuterte die Bedeutung einer Patenschaft für die jugendlichen Bewohner seiner interkulturellen Wohngruppe. Felix Reckers und Lea Hüttemann aus Königswinter setzten den musikalischen Schlusspunkt des abwechslungsreichen Jubiläumsprogramms.