Mike Hemmersbach ist das erste Patenkind des Kölner Kreidekreises, das Mitglied im Verein wird. Er ist 28 Jahre alt und seit sechs Jahren mit seinem Paten verbunden. In dieser Zeit haben die beiden viele gemeinsame Erlebnisse gesammelt und eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut. Im Interview erzählt Mike, was ihm die Patenschaft bedeutet und warum er auch anderen Kindern und Jugendlichen Mut machen möchte, diesen Schritt zu wagen.
Mike, wie würdest du dich jemandem vorstellen, der dich noch nicht kennt?
Ich bin Mike Hemmersbach und wohne in Köln. In meiner Freizeit fahre ich gerne mit der Bahn in andere Städte, gehe schwimmen oder spazieren und mache Cheerleading. Ein großes Hobby von mir sind Ton- und Video-Aufnahmen von den Bahnfahrten.
Vor sechs Jahren hast du deinen Paten kennengelernt. Erinnerst du dich noch an eure erste Begegnung?
Ja, klar. Thomas kam damals in meine Wohngruppe und hat sich vorgestellt. Ich fand ihn direkt sympathisch.
Was habt ihr in all der Zeit gemeinsam erlebt?
Oh, so viel, dass ich Stunden bräuchte, um alles aufzuzählen. Besonders wichtig ist mir, dass er eine Vertrauensperson für mich ist. Am Anfang in der Corona-Zeit sind wir viel spazieren gegangen. Mit der Zeit haben wir dann viele Ausflüge und Kurzurlaube gemacht, zum Beispiel nach Berlin, Karlsruhe, Bad Rappenau, Wiesbaden, Österreich, Hamburg und Lübeck – alles sehr schöne Erlebnisse, an die ich gerne zurückdenke. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft viel miteinander unternehmen und vielleicht wieder gemeinsam Urlaub machen können.
Was macht ihr heute zusammen?
Schwimmen gehen, spazieren, reden, zusammen essen. Kürzlich waren wir im Phantasialand, der Kreidekreis hatte dafür noch Gutscheine vom LVR übrig. Leider war das Wetter nicht so toll, aber Spaß hat es trotzdem gemacht.
Was glaubst du, warum funktioniert eure Patenschaft so gut?
Ich glaube, weil wir uns sehr gut verstehen und praktisch auf einer Wellenlänge sind. Das finde ich richtig gut.
Wie hast du den Kölner Kreidekreis kennengelernt?
Das war 2017. Damals wohnte ich noch in Rösrath. Meine damalige Bezugsbetreuerin fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, jemanden zu haben, mit dem ich regelmäßig etwas außerhalb der Wohngruppe unternehmen kann. Sie erzählte mir vom Kölner Kreidekreis, und so bin ich zu dem Verein gekommen.
Du bist jetzt das erste Patenkind, das selbst Vereinsmitglied geworden ist. Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet dir das?
Das ist mir sehr wichtig, weil ich auch andere dazu ermutigen möchte, eine Patenschaft möglich zu machen. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die einfach allein sind. Manche haben keine Familie, bei anderen schafft es die Familie aus unterschiedlichen Gründen nicht, regelmäßig Kontakt zu halten. Für diese Kinder kann eine Patenschaft sehr wertvoll sein.
Inzwischen bist du 28 Jahre alt und damit offiziell aus der Betreuung durch den Verein herausgewachsen. Eure Patenschaft besteht aber weiter. Wie fühlt sich dieser Schritt für dich an?
Ich sehe das positiv. Ich bin gespannt auf die neuen Herausforderungen und blicke optimistisch in die Zukunft. Das ist für mich das Wichtigste.
Was wünschst du dir für deine nächsten Jahre im Kölner Kreidekreis?
Ich wünsche mir, dass unsere Patenschaft weiterhin besteht. Außerdem möchte ich als Mitglied vielleicht auch ein paar Aufgaben im Verein übernehmen. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und bin gespannt, was sich daraus entwickelt.
Was möchtest du anderen potenziellen Patenkindern mit auf den Weg geben?
Mein Rat ist ganz klar: Einfach mal versuchen! Fragt eure Betreuer nach dem Kölner Kreidekreis und einer Patenschaft und schaut, ob es mit dem Paten oder der Patin klappt. Nur wenn man es versucht, kann man herausfinden, ob es funktioniert. Und wenn es nicht klappt, muss man eben weiterschauen, wer infrage kommt.
Bei mir war es ja auch so. Ich hatte zunächst einen anderen Paten, der sich nach einiger Zeit von mir distanziert hat. Ich habe dann immer wieder im Verein angerufen und nachgefragt, weil es mir wichtig war, einen Paten zu haben. Schließlich habe ich Thomas kennengelernt – und jetzt kennen wir uns schon seit sechs Jahren. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!
Vielen Dank, lieber Mike, für deine Zeit und das spannende Gespräch!



























