Alle Beiträge von Thomas Preuß

BIKER FOR KIDS BONN RHEIN-SIEG SPENDEN DEM KÖLNER KREIDEKREIS

Am Abend des dritten Advents leuchtete es hell in der Talstraße in Niederkassel-Rheidt: Etwa 20 weihnachtlich geschmückte und bunt beleuchtete Motorräder waren gekommen, um uns zu beglücken. Es waren die Biker for Kids Bonn Rhein-Sieg, die bei ihrer Spendentour durch den Rhein-Sieg-Kreis nicht nur eine Einrichtung der Lebenshilfe, sondern auch den Kölner Kreidekreis bedachten. Dominik Wachter, Wohnhausleiter des „Hauses im Tal“, und Ute Wiedemeyer, Geschäftsführerin des Kölner Kreidekreis, freuten sich sehr und waren dankbar: Es ist klasse, dass Ihr so unterwegs seid! Danke, liebe Biker – und danke an Frank Nieß für das Foto!

Die Biker for Kids Bonn Rhein-Sieg sind seit vielen Jahren fest im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs und engagieren sich für gute Zwecke. Über das ganze Jahr sammeln sie Spenden und besuchen in der Adventszeit – als Nikoläuse auf festlich geschmückten Motorrädern – Kinderheime und soziale Einrichtungen, um Kinder zu beschenken und die Häuser finanziell zu unterstützen.

IMHOFF-STIFTUNG EHRT KÖLNER KREIDEKREIS ALS BESSERMACHER

Sondeförderung von 5.000 Euro

Niederkassel/Köln, Dezember 2025. Der Kölner Kreidekreis e. V. mit Sitz in Niederkassel-Rheidt ist von der Imhoff-Stiftung als „Bessermacher“ für Köln gewürdigt worden. Die Ehrung ist mit einer Sonderförderung in Höhe von 5.000 Euro verbunden, die der Verein vollständig in seine Vermittlung von ehrenamtlichen Patenschaften für Heimkinder fließen lässt.

Anlass für die Bessermacher-Aktion war das 25-jährige Bestehen der Stiftung. „Das wollten wir würdig begehen“, erklärte die Stiftungs-Vorsitzende, Susanne Imhoff, bei der Preisverleihung am 4. Dezember im Historischen Rathaus. „Aber wir wollten nicht uns feiern, sondern die, für die unsere Stiftung seinerzeit gegründet wurde: diejenigen, die Köln besser machen!“ Insgesamt wurden 25 gemeinnützige Vereine ausgezeichnet. Über 600 Privatpersonen hatten der Stiftung 180 Vereine vorgeschlagen, die ihr Leben in Köln in den letzten Jahren bereichert haben. „Wir sind überwältigt von der Vielfalt, Tiefe und Menschlichkeit des Engagements, das uns in diesen Vorschlägen begegnet ist“, sagte Imhoff: „Diese 25 Vereine stehen stellvertretend für all jene, die Köln jeden Tag ein Stück besser machen. Für alle, die hinschauen, anpacken, gestalten und zusammenbringen.“

Der Zufall entscheidet: Drei von 25 Vereinen erhalten Extra-Förderung

Der Preisverleihung im Historischen Rathaus mit rund 300 Gästen war eine Einführung in den Festakt in kleiner Runde im Schokolodenmuseum wenige Tage zuvor vorausgegangen. Das Museum hatte der Schokoladen-Unternehmer Hans Imhoff bauen lassen. Hier hielten Geschäftsführerin Annette Imhoff und weitere Prominente der Stadt kurze Laudationes auf alle Bessermacher; es wurden Urkunden überreicht und große Glaskugeln mit den Namen der Vereine befüllt. Diese hingen dann beim Festakt im Rathaus vier Tage später anonym an einem künstlerischen „Weihnachtsbaum“ aus Holz. Als Höhepunkt der Veranstaltung griff ein Schreiner-Auszubildender per Zufall von den 25 Kugeln drei heraus, deren Bessermacher-Vereine zusätzlich zu den jeweils 5.000 Euro weitere 20.000 Euro erhielten.

Der Kölner Kreidekreis ist zwar nicht unter den drei extra geförderten Vereinen, was Vorstand Thomas Preuß aber nicht anficht: „Ich glaube, hier im Saal hätte jeder jedem diesen Bonus gegönnt“, sagte er. „Zumal wir in diesem Jahr zwei Ehrenamtspreise und nun die Bessermacher-Auszeichnung erhalten haben. Diese hohe Wertschätzung und die damit verbundenen Fördergelder machen uns unfassbar glücklich. Nichts davon hätten wir uns zu Anfang des Jahres träumen lassen!“

Das Kreidekreis-Team nach der Ehrung
Das Kreidekreis-Team nach der Ehrung durch die Imhoff-Stiftung
Weihnachtsmarkt in Köln
Blick vom Balkon des Historischen Rathauses auf den Weihnachtsmarkt
Vorstände des Kölner Kreidekreises
Dietmar Schnelle und Thomas Preuß aus dem Vorstand des Kölner Kreidekreises nahmen im Schokoladenmuseum die Urkunde und eine kunstvoll gegossene Schokoladentafel in Empfang

BINDUNG VERSTEHEN – KINDER MIT SCHWIERIGEN ERFAHRUNGEN BEGLEITEN

„Bindung verstehen – Kinder mit schwierigen Erfahrungen begleiten“: Unter dieser Überschrift stand Ende November unser Themenabend für Patinnen und Paten, den die bindungsbasierte Beraterin und Therapeutin Sylwia Bocianski leitete. Auch einige Interessierte, die demnächst eine ehrenamtliche Patenschaft für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene übernehmen möchten, nahmen teil.

In den Patenschaften begegnen wir zahlreichen jungen Menschen, die im Leben verschiedenste negative Erfahrungen gemacht haben und dadurch oftmals traumatisiert sind: Fehlende Fürsorge der Eltern, Vernachlässigung oder auch Abwesenheit eines oder beider Elternteile sind nur ein paar Beispiele. Sie alle haben eines gemeinsam: Diese Erfahrungen wirken sich maßgeblich negativ auf das Sicherheitszentrum des Kindes und sein Bindungsmuster aus.

Denn Kinder suchen nach Nähe, Sicherheit und Beruhigung. Erhalten sie diese nicht, wird ihr Stresssystem belastet und ein inneres Arbeitsmodell entwickelt, das Auswirkungen darauf hat, wie sie Menschen begegnen, ob sie ihnen vertrauen oder misstrauen und wie sie ihre Emotionen regulieren können.

Die Erfahrungen, die Kinder machen, prägen sie maßgeblich. „Dabei sichern sie sich immer die Bindung zu ihrer primären Bezugsperson“, machte Sylwia Bocianski klar, „auch wenn das bedeutet, dass die Bindung als solche oder das Bindungsmuster nicht gut für das Kind ist.“ Denn Bindung sei ein lebenslang fortbestehendes Grundbedürfnis des Menschen. Sei das Kind unsicher oder desorganisiert gebunden, so seien Verhaltensweisen wie Rückzug, Kontrolle oder Aggression keine Seltenheit. „Dieses Verhalten ist Ausdruck eines Schutzmechanismus‘ und einer Überlebensstrategie – und nicht eines bösen Willens“, sagte Bocianski.

Weitere typische Verhaltensmuster dieser Kinder sind eine Nähe-Distanz-Ambivalenz, emotionale Abflachung oder auch extreme Anpassung. Was dabei hilft? Eine klare Haltung und ein Verhalten seitens des Erwachsenen, das für das Kind vorhersehbar ist. Zudem geben Rituale und Struktur Sicherheit. Wichtig sind daneben eine wohlwollende Kommunikation und das gleichzeitige Setzen von Grenzen. Das Verhalten der Kinder sollte „übersetzt“ statt bewertet werden. Man darf sich immer wieder die Frage stellen: „Was möchte mir das Kind damit sagen?“

Mit Blick auf die eigene Selbstfürsorge gilt: Nur wer sich selbst gut reguliert, kann Kinder gut co-regulieren. Denn nur wer sich innerhalb seiner eigenen Stresstoleranzkurve befindet, hat die Möglichkeit, die Emotionen des Kindes zu regulieren. Daher sollten eigene Gefühle und Grenzen immer wahr- und ernstgenommen werden. Es kann auch hilfreich sein, sich im Bedarfsfall Unterstützung einzuholen oder den Austausch mit anderen zu suchen.

Bindungsmuster sind veränderbar – aber nicht allein für sich

Zum Abschluss stellte die Referentin klar, dass Bindungsmuster veränderbar sind. Schwere Bindungsstörungen könne man zwar kaum komplett heilen, aber durch ein sicheres Angebot und Wiederholungen könnten Bindungsunsicherheiten abgeschwächt werden. Aus der Resilienzforschung sei bekannt, dass Personen, wie beispielsweise unsere Patinnen und Paten, eine wichtige Ressource für die Kinder sind. Die ehrenamtlichen Wegbegleiter können maßgeblich zu diesen Verbesserungen beitragen; für die Veränderung von Bindungserfahrungen braucht es aber immer zwei Personen: Man kann diese nicht allein bewältigen und verändern.

VORSTAND WIEDERGEWÄHLT

Die Mitgliederversammlung des Kölner Kreidekreises hat am 21. November 2025 den amtierenden Vorstand des Vereins für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt: Thomas Preuß geht als Vorsitzender in seine dritte Amtszeit, Dietmar Schnelle bleibt stellvertretender Vorsitzender, und Sabine Krieger wurde als Kassenwartin wiedergewählt.

„Unser Verein blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück“, berichtete Preuß auf der Mitgliederversammlung. „Unter anderem wurden wir mit zwei Ehrenamtspreisen ausgezeichnet, was uns alle sehr stolz macht.“ Zudem hätten gleich drei Stiftungen sowie die Deutsche Postcode Lotterie dem Kölner Kreidekreis 2025 erstmals höhere Summen für die Patenschaftsvermittlung zugesprochen – neben der bestehenden Förderung durch die Aktion Mensch und einer abermaligen Unterstützung durch die Aktion wir helfen in Köln. „Wir gehen daher sehr zuversichtlich ins neue Jahr, in dem wir übrigens unser 20-jähriges Bestehen feiern!“

Der Kölner Kreidekreis vermittelt Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Wohngruppen im Rheinland leben, erwachsene Patinnen und Paten, die ihnen über viele Jahre zuverlässig zur Seite stehen. Aktuell sucht der Verein Wegbegleiter für junge Menschen insbesondere in Köln, Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie im Kreis Euskirchen und in der Eifel.

AUSFLUG INS PHANTASIALAND MIT ÜBER 40 KREIDEKREISLERN

Am 11. Oktober haben wir mit über 40 Patinnen, Paten und Patenkindern einen tollen Tag im Phantasialand verbracht. Zu verdanken haben wir den Ausflug der JaBe-Stiftung, die regelmäßig ähnliche Projekte fördert. Daher war der Eintritt für alle frei, auch Verpflegung und Eis hat uns die Stiftung spendiert.

Einige von uns sind den ganzen Tag nur Achterbahn gefahren, andere amüsierten sich beim virtuellen Abschießen von Mäusen in einer Großbäckerei oder in den Akrobatik- und 4D-Shows.  4D heißt „vier Dimensionen“. Man musste eine spezielle Brille aufsetzen, um in drei Dimensionen schauen zu können: Da sprangen einem fast die Mäuse ins Gesicht. Die vierte Dimension wurde durch Druckluftdüsen, Wasserspritzer und rüttelnde Stühle erzeugt, so dass diese Kino-Erlebnisse am ganzen Körper spürbar wurden.

Wir sagen an dieser Stelle im Namen aller Beteiligten der JaBe-Stiftung um Jan Bettink vielen herzlichen Dank!

RUNDER TISCH CARELEAVER: NACHBETREUUNG IST GESETZLICHER AUFTRAG

Am 7. Oktober fand unser dritter „Runder Tisch Careleaver“ statt. Wir hatten eine 25-jährige Careleaverin, einen Wegbegleiter-Paten unseres Vereins sowie mehrere Vertreter aus Wohngruppen, Jugendämtern, von Trägern und vom Paritätischen zu Gast in Königswinter. Unser Anliegen ist es, mit diesen jährlich stattfindenden Treffen einen Austausch über die Bedarfe von Careleavern anzuregen und Ansätze zu finden, die Careleavern das Leben leichter machen.

Zu Beginn zog Dr. Severine Thomas die Anwesenden per Zoom in ihren Bann. Sie forscht an der Universität Hildesheim zum Thema „Leaving Care“ und zu den Infrastrukturen im Hilfesystem. Thomas erinnerte an die Neuformulierung des § 41 SGB VIII, in dem der Rechtsanspruch auf Hilfen für junge Volljährige verbindlicher geregelt wurde. Unter anderem sei, daran anknüpfend, nun ein Recht auf Nachbetreuung (§ 41a SGB VIII) auch nach dem 18. Lebensjahr verankert, woraus eine Verpflichtung der öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe erwachse, diese (Nachbetreuung) zu ermöglichen und aktiv vorzuhalten. „Die Hilfe darf nicht mit 18 enden, denn die öffentliche Verantwortung für Careleaver endet nie“, mahnte Thomas, räumte zugleich aber ein, dass der aktuelle Fachkräftemangel weniger Zeit für konzeptionelles Arbeiten lasse.

Careleaver in vielen Lebensphasen benachteiligt

Die Wissenschaftlerin betonte, es müsse nicht nur der Übergang aus der Wohngruppe in einen eigenen Haushalt unterstützt werden. Vielmehr seien Careleaver in vielen Lebensphasen benachteiligt: „Den meisten fehlen eine existenzielle Absicherung und der familiäre Rückhalt, und auch gesundheitlich stehen Careleaver oft schlechter da als ihre Peergroup.“ Häufiger als andere würden sie als Mieter abgelehnt, und bei der Berufsfindung, einem etwaigen Abbruch einer Ausbildung, einem Jobwechsel und anderen alltäglichen Herausforderungen seien viel mehr Nachbetreuungsangebote nötig, „weil dies Careleaver allein einfach oft nicht schaffen können!“.

In den Kommunen fehlten zumeist noch verlässliche Strukturen – und das, obwohl es dafür nun seit 2021 eine gesetzliche Regelung gebe. Dabei gehe es durchaus auch um ideell-symbolische Unterstützung: „Nachbetreuung geht auch ohne Hilfeplanung“, unterstrich Thomas die Niedrigschwelligkeit der in § 41a neu geschaffenen Regelungen. „Hauptsache, Careleaver können sich überhaupt an jemanden wenden!“

Einige Kommunen gehen mit gutem Beispiel voran

Die Forscherin nannte einige Städte, die mit gutem Beispiel vorangehen. So habe man sich in Dortmund auf einen Träger geeinigt, der die Nachbetreuung für alle Careleaver übernehme. Die Stadt finanziere dieses Angebot mit einer festen Summe. Anderen Träger sei es nicht untersagt, ein ähnliches Angebot zu unterhalten; für eine Laufzeit von drei Jahren habe sich die Stadt aber nun entschieden, einen einzelnen Träger mit dieser Aufgabe zu beauftragen und finanziell auszustatten.

In der Region Hannover wurde stattdessen eine Leistungs- und Entgeltvereinbarung mit Trägern der Jugendhilfe auf den Weg gebracht. Diese ermöglicht es, Careleaver unbürokratisch mit bis zu neun Fachleistungsstunden nachzubetreuen. Sollte höherer Bedarf vorliegen, können in der gesamten Region mit sechs Jugendämtern weitere Hilfen in Anspruch genommen werden – ggf. auch eine erneute Hilfe für junge Volljährige.

Der – prinzipiell eindeutigen – gesetzlichen Pflichtaufgabe stünden natürlich die Kosten in den chronisch finanziell klammen Kommunen gegenüber, da gab sich Severine Thomas keinen Illusionen hin. Dennoch rief sie alle Anwesenden dazu auf, ihr Möglichstes zu tun und in der Fläche gute Nachbetreuungsangebote zu schaffen, sie zu bewerben und Careleaver darüber zu informieren: „Die jungen Menschen sollen sich nicht schämen, Unterstützung anzunehmen. Und wenn sie einmal vor einer verschlossenen Tür stehen, kommen sie nicht wieder.“

Die Etablierung wird spannend!

Carina Mayer, Careleaverin
Carina Mayer, Careleaverin, beim Runden Tisch des Kölner Kreidekreises

Im Anschluss bestätigte die 25-jährige Careleaverin Carina Mayer Thomas‘ Ausführungen. So sei die Suche nach einer eigenen Wohnung schwierig gewesen, weil sie keine Bürgschaft vorlegen konnte: „Das familiäre Umfeld fehlt einfach.“ Auch die Gehaltsnachweise hätten nicht geholfen. 73 Bewerbungen um eine Wohnung musste sie schreiben, ehe sie über „Vitamin B“ dann zum Zuge kam. „Aber auch bei der Krankenversicherung, beim Kindergeld, bei der Finanzierung des Studiums oder sonstigen Anträgen: Man ist fast immer allein mit der ganzen Bürokratie, die Anträge sind fürchterlich kompliziert.“ Um alles habe sie sich selbst kümmern müssen. Zum Glück sei sie bei einigen Sachen von einer Pädagogin aus ihrer früheren Wohngruppe unterstützt worden. „Das ist aber nicht der Regelfall“, betonte Carina.

An den Feiertagen will niemand allein sein

Aktuell ist die junge Sozialarbeiterin, die soeben ihren Bachelor abgeschlossen hat und in einem Familienhaus arbeitet, auf der Suche nach einer Patin im Kölner Kreidekreis: „Ich wünsche mir eine Person, die mich langfristig durchs Leben begleitet, die ich einfach so mal anrufen kann. Die meisten Careleaver haben so jemanden nicht. Insbesondere die Feiertage sind sehr einsam, weil die Freundinnen dann bei ihren Familien sind …“

Thomas Preuß (thomas Punkt preuss ät koelnerkreidekreis Punkt de)

EHRENAMTSPREIS DER STADT KÖLN UND PREISGELD VON 3000 EURO

Kölner Kreidekreis gewinnt Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2025“

Niederkassel/Köln, September 2025. Der Kölner Kreidekreis e. V. mit Sitz in Niederkassel-Rheidt ist mit dem Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2025“ ausgezeichnet worden, verbunden mit einem Scheck in Höhe von 3000 Euro. Der Preis wurde dem gemeinnützigen Verein am 7. September im Historischen Rathaus der Stadt Köln verliehen. Aus 160 Vorschlägen hatte eine unabhängige Jury acht ehrenamtlich tätige Einzelpersonen und Gruppen ausgewählt. „Ich danke Ihnen allen für Ihren Einsatz“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. „Zusammen mit 220000 anderen Ehrenamtlichen in Köln setzen Sie ein Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft und halten diese Stadt am Laufen!“

Laudator Dr. Ralf Heinen, ehrenamtlicher Bürgermeister und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt Köln, würdigte den Kölner Kreidekreis für sein 2006 ins Leben gerufenes Patenschafts-Projekt: Ehrenamtliche Patinnen und Paten begleiten in ihrer Freizeit Kinder und Jugendliche, die im Rheinland in Heimen leben. Viele dieser jungen Menschen haben außerhalb ihrer Einrichtung keine Vertrauensperson. Die Wegbegleiter-Paten treffen sich regelmäßig mit ihnen, verbringen gemeinsame Zeit und stehen ihnen langfristig zur Seite.

„Jeder kann etwas gegen die Einsamkeit anderer tun!“

Thomas Preuß, der Vorsitzende des Kölner Kreidekreises, bedankte sich bei Henriette Reker, bei der Stadt Köln und der Jury für die Auszeichnung. Er rief die Anwesenden dazu auf, in ihrem eigenen Umfeld dazu beizutragen, Kindern und Jugendlichen aus Kinderheimen das Leben und den Übergang in die Welt außerhalb ihrer Einrichtungen zu erleichtern: „Wir wissen, dass diese Kinder im Kindergarten und in der Schule nur schwer Freundschaften schließen. Und später, beim Übergang in den eigenen Haushalt, sind sie oft sehr einsam.“ Dem wolle der Verein mit seinen ehrenamtlichen Patenschaften vorbeugen. „Jeder hier im Raum könnte seine eigenen Kinder und Enkel ermuntern, andere, die nicht so behütet aufwachsen wie sie selbst, anzusprechen oder zu sich nach Hause einzuladen,“ wünschte sich der Kreidekreis-Vorstand. „Damit wäre schon viel gegen die Einsamkeit und für die Integration getan!“

Nach der Überreichung der Urkunde und des Preisgeld-Schecks trug sich das vierköpfige Team des Kölner Kreidekreises in das Gästebuch der Stadt Köln ein: Thomas Preuß, Kassenwartin Sabine Krieger, Patin Harriet Gehring und Geschäftsführerin Ute Wiedemeyer. Der Eintrag preist Köln als „soziale, inklusive und weltoffene Stadt“. Ein Großteil der Patenkinder, Patinnen und Paten des Kölner Kreidekreises lebe hier, heißt es weiter. Der Grußtext des Kreidekreises schließt mit den Worten: „Wir sind stolz, im Geiste der Stadt Köln und ihrer Werte zu wirken und damit ein Stück zu diesem besonderen Gemeinschaftsgefühl beizutragen.“

Das vierköpfige Team des Kölner Kreidekreises freut sich über die öffentliche Anerkennung und ein Preisgeld von 3000 Euro für sein Projekt. Links im Bild Dr. Ralf Heinen, der als ehrenamtlicher Bürgermeister und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt Köln die Laudatio auf den Verein hielt. Daneben Ute Wiedemeyer, Harriet Gehring, Sabine Krieger und Thomas Preuß vom Kölner Kreidekreis (v. l.). (Bild: Peter Nierhoff)

(c) für alle Gruppenfotos: Peter Nierhoff (4)

ZAUBERHAFTES SOMMERFEST

Unter dem Motto „Starke Teams – ein Tag für alle!“ haben wir am 13. Juli unser Sommerfest gefeiert, das als Projekttag von der Aktion Mensch gefördert wurde. Über 80 Kinder, Jugendliche und Careleaver, Patinnen und Paten sowie Hauptamtliche aus den Wohngruppen waren nach Bergisch Gladbach gekommen, um gemeinsam einen schönen Tag zu verleben. Besonders Martin der Zauberer hat alle in seinen Bann gezogen. 

Passend zum Motto gab es zahlreiche teambildende Spiele, bei denen Schnelligkeit und Geschick gefragt waren: Es war ein Eierlauf-Parcours zu bewältigen, es mussten Flip-Flops über den eigenen Rücken in Hula-Hoop-Reifen geworfen sowie Bälle auf Rollladen-Lamellen über mehrere Hände und Leisten in einen Eimer balanciert werden. Besonders spaßig waren die Pantomime-Station und der „Candy Crush“, an dem die Kinder Zuckerwürfel, die aus einem Rohr fielen, im richtigen Moment mit einem Hammer treffen mussten.

Candy Crush

Das Highlight neben der Spiele-Olympiade war Martin der Zauberer, der aus Niederkassel-Rheidt zur Grillhütte in Bergisch Gladbach gekommen war und den Zuschauern einen magischen Nachmittag bereitete: Er verbog einen Teelöffel, zauberte mit einem (oder waren es mehrere?) Seil(en) und farbigen Tüchern und erwies sich als Entfesselungskünstler, als er mühelos seine Ketten und Handschellen ablegte, die ihm einige Kinder auf den Rücken gebunden hatten.

Fast schon Tradition hatte unsere Kunst-Aktion, die in diesem Jahr von Sandra Johnston angeleitet wurde: Mit viel Freude bemalten und verzierten die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und Careleaver – ebenfalls als starkes Team – eine große Leinwand, die mit Kreppband in einzelne Parzellen unterteilt war. Erst Tage nach dem Trocknen wurden im Vereinsbüro die Kreppbänder abgezogen, so dass das Kunstwerk in seiner vollen Pracht erschien (siehe Bilder unten).

Danke an Sandra und überhaupt an alle, die bei den Spielen, an den Ständen und vorab in ihren Küchen durch Zubereitung von leckeren Salaten, Kuchen oder Muffins zum reichhaltigen Buffet beigetragen haben, das übrigens diesmal um Hot-Dogs und alkoholfreie Cocktails ergänzt wurde.

Hot-Dog-Station

GYMNASIUM AM OELBERG ERLÄUFT 4.300 EURO FÜR KÖLNER KREIDEKREIS

Für Patenschaften mit Kindern und Jugendlichen in Heimen

Niederkassel/Königswinter, Juli 2025. Das Gymnasium am Oelberg, Königswinter-Oberpleis, hat dem Kölner Kreidekreis e. V. mit Sitz in Niederkassel-Rheidt einen Scheck über 4.301,62 Euro überreicht. Die Summe stammt aus dem diesjährigen Sponsorenlauf der Schule, der von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern der Oberstufe organisiert wurde. Die symbolische Spendenübergabe fand am letzten Schultag vor den Sommerferien im Gymnasium statt.

Ute Wiedemeyer, Geschäftsführerin des Kölner Kreidekreises, zeigte sich sehr dankbar für das Engagement aller Beteiligten: „Die Spende hilft uns sehr bei der weiteren Finanzierung unseres Projekts, in dem wir ehrenamtliche Patenschaften für Heimkinder im Rheinland vermitteln.“ Denn jeder junge Mensch verdiene es, von der Gesellschaft gesehen und nicht allein gelassen zu werden. Wiedemeyer wandte sich mit ihren Dankesworten direkt an die Schülerschaft: „Ihr seid nicht nur mitgelaufen, sondern für andere gelaufen. Das kann man gar nicht hoch genug bewerten. Solange sich junge Menschen wie ihr auf diese Weise für andere einsetzen, mache ich mir um die Zukunft und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft keine Sorgen!“

Schulleiter Dr. Michael Fröhlich äußerte sich stolz über den Einsatz der Schülerschaft: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut unsere Schülerinnen und Schüler bei der Sache waren – sowohl auf der Laufstrecke als auch in der Organisation. Dass wir mit dem Erlös gleich zwei wertvolle Initiativen unterstützen können, macht das Ganze umso bedeutungsvoller.“

Insgesamt kamen beim Sponsorenlauf 24.523,56 Euro zusammen. Ein weiterer Verein erhält denselben Betrag wie der Kölner Kreidekreis; der verbleibende Rest fließt in die Klassenkassen sowie in die Anschaffung einer modernen Musikanlage für die Schule.

Der Kölner Kreidekreis betreut derzeit über 60 Patenschaften mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Wohngruppen unter anderem in Königswinter und weiteren Städten im Rhein-Sieg-Kreis, in Köln und in Bonn leben. Viele dieser jungen Menschen haben außerhalb ihrer Einrichtung keine feste Vertrauensperson. Die Wegbegleiter-Paten verbringen regelmäßig Zeit mit ihren Patenkindern und stehen ihnen langfristig zur Seite. „Unsere Ehrenamtlichen ersetzen damit ein Stück weit die Familien, zu denen die Kinder und Jugendlichen keinen Kontakt mehr haben“, sagt Wiedemeyer. Auch die Patinnen und Paten kommen aus der Region. „So ist sichergestellt, dass sich die Paten-Tandems etwa alle zwei Wochen treffen können“, erläuterte sie bei der Spendenübergabe. Auf diese Weise könnten verlässliche, vertrauensvolle Beziehungen wachsen.

Ute Wiedemeyer, Geschäftsführerin des Kölner Kreidekreises (4. von links), bei der symbolischen Scheckübergabe im Gymnasium am Oelberg am letzten Schultag vor den Ferien. Den Scheck übergibt ihr der frischgebackene Abiturient Leo Zensen. Rechts im Bild Schulleiter Dr. Michael Fröhlich, links der stellvertretende Schulleiter Ingo Küll.  (Bild: Gymnasium am Oelberg)

Ute Wiedemeyer, Geschäftsführerin des Kölner Kreidekreises (4. von links), bei der symbolischen Scheckübergabe im Gymnasium am Oelberg am letzten Schultag vor den Ferien. Den Scheck übergibt ihr der frischgebackene Abiturient Leo Zensen. Rechts im Bild Schulleiter Dr. Michael Fröhlich, links der stellvertretende Schulleiter Ingo Küll.  (Bild: Gymnasium am Oelberg)

KÖLNER KREIDEKREIS GEWINNT EHRENAMTSPREIS

Für Patenschaften mit Kindern und Jugendlichen in Heimen

Niederkassel, Mai 2025. Der Kölner Kreidekreis e. V. mit Sitz in Niederkassel-Rheidt hat einen der Ehrenamtspreise NRW gewonnen. Die feierliche Preisverleihung fand am 22. Mai in Düsseldorf statt. „Ehrenamtliche stärken das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, würdigte Dr. Stephan Keller, Schirmherr und Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, alle Preisträger. „Damit machen Sie unsere Gesellschaft insgesamt reicher. Wir wollen Sie alle heute für Ihr Engagement feiern!“

Der Kölner Kreidekreis wurde für sein Patenschafts-Projekt mit Platz 3 in der Kategorie „Jugend“ ausgezeichnet: Ehrenamtliche Patinnen und Paten des Vereins begleiten in ihrer Freizeit Kinder und Jugendliche, die im Rheinland in Heimen leben. Viele dieser jungen Menschen haben außerhalb ihrer Einrichtung keine Vertrauensperson. Die Wegbegleiter-Paten treffen sich regelmäßig mit ihnen, verbringen gemeinsame Zeit und stehen ihnen langfristig zur Seite. „Unsere Ehrenamtlichen ersetzen damit ein Stück weit die Familien, zu denen die Kinder und Jugendlichen keinen Kontakt mehr haben“, erklärte Geschäftsführerin Ute Wiedemeyer anlässlich der Preisübergabe.

Der Ehrenamtspreis NRW wurde in diesem Jahr zum achten Mal vom Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e. V. (VEZ) vergeben, um das Ehrenamt in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. In diesem Jahr gingen über 190 Bewerbungen ein; Preise wurden in sechs Kategorien vergeben – von Bildung über Dialog, Einsatz für Geflüchtete, Einwanderer und Minderheiten bis hin zu Frauenpower, Kunst & Kultur und eben Jugend. Wie alle anderen Preisträger des Ehrenamtspreises, erhielt auch der Kölner Kreidekreis eine Trophäe und eine Urkunde.

Bild oben: Der Kölner Kreidekreis war mit einem sechsköpfigen Team zur Preisverleihung nach Düsseldorf angereist. Fünf ehrenamtlich Engagierte wurden von Geschäftsführerin Ute Wiedemeyer begleitet (zweite von rechts).